einträge zum stichwort ‘westfälische idiome’


etüde für kellerheizung 

Meine Eltern wohnen in der wohl nördlichst gelegensten Stadt mit Kohleförderung in Deutschland. Mein Vater hat nach Ausflügen in Kleinhandelsgewerbe bei der dazugehörigen Zeche irgendwann in den 70ern Arbeit als kaufmännischer Angestellter gefunden. Daher war es, als er ein Haus für seine künftige Familie baute, klar, dass eine Kohleheizung in dieses Haus gebaut wird. Dies hatte den Vorteil, dass man einen Energieversorger besaß, der direkt vor Ort war. Und natürlich bekam mein Vater als Mitarbeiter die Kohle billiger.

Nun ist der Einsatz einer Kohleheizung mit einer Pflege verbunden, die den Besitzer sehr erdet. Man muss Kohle in die Heiung einschütten, durch Rütteln verbrauchte mit neu hinzukommender Kohle ersetzen, ab und an ein Feuer erzeugen, wodurch die Heizung wieder angeht und natürlich die staubende, verbrauchte Kohle entsorgen.

Das ist soweit technisch nicht weiter kompliziert. Etwas komplexer ist nur die technische Umsetzung, wie durch Kohleheizungen unterschiedliche Temperaturen für heißes Wasser erzeugt werden. Hierzu hat man eine Art Belüftungssystem eingebaut. Dieses System erkennt Temperaturgrade. Ab einem bestimmten Grad kann nun das Belüftungssystem einsetzen und sozusagen Zugluft erzeugen, die das Kohlenfeuer anstachelt. Wenn man also einstellt, dass die gewünschte Temperatur 60° sein sollen, heizt das System der Kohle ein, bis die Kohle diese Temperatur hat.

Ein solches Belüften setzt natürlich auch ein, wenn die Kohle ganz niedergebrannt ist. In der Kohlenheizungsfachsprache heißt es dann, die Heizung läuft. Nicht in dem Sinne, dass sie angeschaltet ist, sondern, dass ein klapprig klingendes Durchzugsgeräusch zu hören ist, das verkündet, dass zu wenig Kohle in der Heizung ist.

Dieses Geräusch ist nun in unserer Familie ein eigentsändiges Idiom. Denn wortlos rennt mein Vater zur Heizung, wenn es ertönt. Und meine Mutter, die sich von allen Männeraufgaben im Haushalt tunlichst fern hält, sagt zu meinem Vater, wenn sie das Geräusch als erste hört

Schatz, die spielen dein Lied.

westfälische idiome (xiv): um pudding fahren / gehen 

Im Westfälischen kann das Umrunden eines bestimmten, kleinen Gebiets um den Pudding fahren oder schlicht um Pudding fahren genannt werden:

Ich fahr’ eben um’ Pudding.

Dies bezieht sich auf die Kleinheit des zu umfahrenden Gebietes. Es wird dadurch gesagt, dass man nicht lange unterwegs sein wird und dass diese Tätigkeit nicht sonderlich wichtig ist. Wenn man z.B. jemanden sucht, kann jemand sagen, dass er eben um Pudding fährt, um zu schauen, ob er auf dieser Strecke zu sehen ist. Es ist aber nicht so wichtig, ihn zu finden.

Eigentlich dient das Umfahren oder Umgehen des Puddings aber der Kontemplation oder des kindlichen Spiels. Ein Kind kann diverse Male Runden in der Nachbarschaft drehen und der Westfale nennt dies um den Pudding fahren.

Das Fahren ist hierbei nicht weiter wichtiger Bestandteil. Man kann auch kontemplativ einmal um Pudding gehen.

Pudding spielt hierbei auf die Runde, die zurückgelegt wird, an. Puddings werden in Westfalen traditionell in Töpfen oder Schüsseln zusammengestellt und in oder auf runden Schälchen serviert. Beim Umrühren des Puddings im Topf oder beim Auslöffeln des Puddings im Schälchen vollzieht der Koch oder der Puddingesser ebensolche kleine Umrundungen.

westfälische idiome (x): eumel 

Der Begriff Eumel enstammt allem Anschein Hoffmann’s Stärkefabriken aus Bad Salzuflen, die damit in einer Werbung Wesen meinten, die in Gardinen wohnten und diese unrein machten, sogenannte Gardinenschädlinge. Daneben ist eine Programmiersprache bekannt namens EUMEL, die an der Universität Bielefeld entwickelt wurde, die automatische Kontoauskunft nennt man so und es gibt auch Dragees, die so heißen.

In der westfälischen Alltagssprache wird Eumel allerdings in despektierlicher Form für einen Menschen verwendet, dem ein umständlicher, überflüssiger Gedankengang bezüglich eines Gedankens oder einer Handlung attestiert wird, worunter jemand anders in Mitleidenschaft gezogen wird.

Wenn ein Pärchen z.B. streitet und ein Partner zunächst rumlamentiert, um dann doch in die Meinung des anderen einzustimmen, was ohne Einfluss einer neuen wesentlichen Information, sondern nur um des nicht all zu schnellen Einlenkens willen geschieht, kann er Eumel genannt werden.

Kurz gesagt: Ein Eumel ist jemand, der durch eine Macke andere nachhaltig irritiert. Monk ist ein Eumel, wenn er andere durch seine Macken in Mitleidenschaft zieht, nicht allein dadurch, dass er Macken hat.

westfälische idiome (ix): tacken und ocken 

Als Zähleinheiten sind in Westfalen die Begriffe Tacken und Ocken geläufig. Tacken bezeichnet generell eine kleine Einheit. Wenn man den Zündschlüssel zum Anlassen des Autos etwas umdreht, aber nicht weit genug, so kann man gesagt bekommen, man solle den Schlüssel noch einen Tacken weiter drehen. Damit ist gesagt, dass man den Schlüssel zwar in irgendeiner Weise eine Einheit weiter bewegt hat, aber noch eine weitere, kleine benötigt wird. Ebenso wird das Wort Tacken im Kartenspiel als Einheit, um die gespielt wird, verwendet. Man redet von Tacken, da die Einheiten sich früher bei 5 oder 10 Pfennige und heute entsprechend Cents beliefen und somit für sich genommen Kleingeld waren und sind. Tacken bezieht sich dabei auf die Einheit für sich und wird nicht als Synonym für Cent verwendet. Dem entsprechend ist der Tacken die Einheit, für die die 10 Cent stehen, nicht für die Einheit Cent.

Die Verwendung des Begriffes Ocken ist ähnlich und möglicherweise an die Verwendung von Tacken angeglichen. Man spricht allerdings beim Kartenspiel nicht von Ocken als der Übereinheit von Tacken, auch wenn sich Ocken immer auf Euros in einer bestimmten Größenordnung beziehen. Die Größenordnung beginnt bei einem Ocken als der ersten Einheit und endet gebräuchlicherweise bei einer Größenordnung von über 9000 Ocken, aber auch schon deutlich darunter, je nach Ernsthaftigkeit der Rede. Bei einer derart als beträchtlich angesehenen Summe spricht der Westfale meist schon von Euro statt von Ocken, sofern er den Begriff Ocken verwendet. Ocken sind somit Euros in einer Höhe, die man für sich genommen noch als wenig Geld betrachten mag, auch wenn sie für einen bestimmten Gegenstand viel sein können. Beispielsweise sind 10 Ocken an sich nicht viel Geld, für eine halbe Stunde Parken allerdings schon.

Es gibt keine alltagssprachliche Verrechnung der Begriffe nach von Tacken zu Ocken. Es gibt von beiden Begriffen keine explizite Singularform wie Tacke oder Ocke.

westfälische idiome (viii): pröddeln 

Pröddeln gehört zu den männlichen Aktivitäten, die von Frauen und Nichtpröddlern aus Unkenntnis gerne zu den stupiden, eigenbrödlerischen Handlungen gezählt werden. Bei einer solchen negativen Beurteilung wird grundsätzlich die kontemplative Charakteristik dieser Tätigkeit außer Acht gelassen.

Pröddeln ähnelt dem Suchen, indem man während dieser Beschäftigung verschiedene Gegenstände erkennend unter die Lupe nimmt. Man kann in einer Schublade, einem Raum oder auch einfach in der Hosentasche pröddeln, solange sich dort eine noch nicht gänzliche erfasste Anzahl von Gegenständen befinden. Ein Pröddeln endet, wenn man keine Lust mehr hat, wenn man alle Gegenstände erfasst hat oder wenn man tatsächlich etwas Interessantes gefunden hat.

Es ist also weniger ein Suchen nach einem bestimmten Gegenstand als vielmehr ein kontemplatives Finden von etwas, von dem man beim Pröddeln noch nicht weiß, was es ist. Auch und gerade wenn es nicht mehr als eine gewisse Ruhe und innere Einkehr ist.

Verwandte Tätigkeiten sind das überlange Aufhalten im eigens dazu eingerichteten Hobby-Keller, auf dem Dachboden, in der Garage, in Elektronikfachgeschäften, Baumärkten, Musikläden oder Buchhandlungen. Ebenso zählt das sitzende Nichtdenken dazu, das von Frauen nie als solches akzeptiert wird und mit einem Was denkst du gerade? empfindlich gestört wird.

westfälische idiome (vii): völlig banane sein 

Das heutige Idiom gehört zu denjenigen, die im Westfälischen vorkommen, auch wenn der genaue Ursprung nicht bekannt ist. Es handelt sich um den Ausspruch: Das ist doch völlig Banane.

Es können nur für den Redner eher abstrakte Gegenstände Banane sein. Man sagt also nicht Dieses Haus da ist Banane. Ein solcher Ausspruch würde allerhöchstens Kinder belustigen. (Der Geschmack eines Eises kann natürlich weiterhin Banane sein; hierbei bezieht man sich aber nicht auf ein Sein, sondern lediglich auf eine sinnliche Wirkung, also ein So-Sein.)

Man kann dagegen sagen Die Architektur des Hauses finde ich völlig Banane. Ebenso kann man ein verlorenes Spiel einer Fussballmannschaft analysieren, indem man sagt, das taktische Vorgehen auf dem Spielfeld sei völlig Banane gewesen.

Mit Banane bezieht man sich hier also präzise auf eine nicht-adequate gestalterische Umsetzung einer Idee, nicht auf den Gegenstand selbst, der diese gestalterische Umsetzung darstellt. Der Sachlage nach könnte der Redner daher auch sagen, dass die Umsetzung der Idee der eigentlichen Idee dessen, was umgesetzt werden sollte, nicht zuträglich ist. Mit Das ist doch Banane fügt der Redner hinzu, für wie gescheitert er auch persönlich diese Umsetzung empfindet. Es ist also keine rein sachliche Analyse. Diese sind dem gemeinen Westfalen aber eh suspekt.

Das Wort Banane wird wohl gewählt, weil eine Banane eine gekrümmte Form hat, deren Zweck (“Warum ist die Banane krumm?”) sich vielen nicht erschließt, was widerum eine gewisse Irritation nach sich zieht. Da diese Irritation aber dem eigenen Unwissen entstammt, nicht der Unerklärbarkeit, warum Bananen gekrümmt sind, ist diese Irritation für Kenner natürlich auch irgendwie wieder völlig Banane.

westfälische idiome (vi): etwas jemandem auskommen 

Ein Auskommen meint herkömmlicherweise ein finanzielles Einkommen, mit dem eine Person gut leben kann, mit dem sie daher gut auskommt. Insofern passt das Eine gut zum Anderen.

Diese Rede, dass das Eine gut zum Anderen passt, wird metaphorisch übernommen zur Redeweise, dass etwas jemandem auskommt.

Man kann daher, wenn man mit einer Person einen Termin unter der Bedingung, dass dieser der Person passt, abmacht, für diese Bedingung auch sagen: Wenn’s Dir auskommt.

Ebenso kann man nach einer terminlichen Festlegung sagen Das kommt mir gut aus oder Das kommt mir nicht gut aus.

westfälische idiome (iv): du kriegst die tür nicht zu 

Das Idiom Du kriegst die Tür nicht zu wird im Westfälischen durchaus gebraucht, weil sein Ursprung aber eigentlich unklar ist, sollte man nicht unbedingt von einem rein-westfälischen Ursprung ausgehen. Da es hin und wieder dennoch zu Irritationen kommen kann, sei es hier vermerkt.

Mit Du kriegst die Tür nicht zu verweist ein Sprecher auf seine eigene Irritation bezüglich des Handelns einer anderen Person oder eines Zustandes in der Welt hin, der ihm mit herkömmlichen Mitteln der Logik nicht zugänglich ist, auch wenn erhebliche Anstrengungen, diese oder dies zu verstehen, unternommen wurden.

Wahrscheinlich hat tatsächlich jemand einmal Probleme gehabt, eine Tür zu zukriegen und scheiterte daran, dass es einen Widerstand gegen das Zumachen gab, sei es, dass jemand dagegen drückte, der Rahmen sich verzogen hatte oder ein anderes, unbekanntes Hindernis da war. Für den Die-Tür-Zudrückenden sah es nach seinen Erwägungen aber so aus, als ob dem Tür-zu-machen nichts entgegenstünde. Dass es dennoch nicht klappte, gab ihm ein Rätsel auf, was den Ausspruch Du kriegst die Tür nicht zu nach sich zog.

Metaphorisch wird dieser Ausspruch im Westfälischen durchaus für alle Situationen verwendet, in denen ein Sprecher eine rationale Problemlösung einleuchtend im Kopf hat, das Problem sich dennoch derzeit so nicht lösen lässt.

Ein Fussball-Stürmer kann sich in dieser Hinsicht über Fehlendes Glück beim Tore schießen damit ärgern, dass er sagt Du kriegst die Tür nicht zu, auch wenn Türen im Fussball keine Rolle spielen. Auch der Torwart seiner Mannschaft kann mit dem Schicksal hadern, indem er diesen Spruch anwendet, wenn auch für ihn alles für einen Torerfolg spricht.

Zu beachten ist nur, dass dieses Idiom immer nur selbstreflexiv verwendet wird: Mit Du kriegst die Tür nicht zu meint der Sprecher immer nur seine eigene Gedankenirritation, nie die eines anderen. Würde der Torwart sich im obigen Beispiel mit dem Du in Du kriegst die Tür nicht zu auf den Stürmer und dessen scheiternde Versuche beziehen, bekäme er vom Stürmer nur unverständige Blicke. In jeder nichtreflexiven Verwendung von Du kriegst die Tür nicht zu denken Angesprochene sofort an vorhanden sein müssende Türen.

[ Verwandtes Idiom: Das darf doch nicht wahr stein. ]

westfälische idiome (II): drumzu 

Bei dem Wort drumzu handelt es sich um eine westfälische und auch im Norddeutschen vorkommende Entsprechung des hochdeutschen Zirkumpositums herum.

Sage ich, ich gehe um das Haus, bedeutet das, dass ich vollständig am Haus entlang gehe, und am Ausgangspunkt wieder ankomme oder ich gehe nur halb am Haus entlang und gehe sozusagen geradeaus vom Ausgangspunkt gesehen weiter. Um ein Haus herum oder drumzu gehen sind Unterformen von um ein Haus gehen.

Sage ich, ich gehe um das Haus herum oder drumzu, so gehe ich in einem Winkel um das Haus, der größer als 180° ist. Das oben beschriebene geradeaus weitergehen, zählt also nicht dazu.

Durch drumzu soll allerdings die in Rede stehende Bewegung sprachlich deutlicher herausgehoben werden:

Du musst ganz um das Haus drumzu gehen!

Bei diesem drumzu wird mit drum ist die kreisförmige Bewegung gemeint, mit der um das Haus herum gegangen wird, und mit zu wird dargelegt, dass dieser Kreis, der gegangen wird, sich wieder schließt.

Drum in drumzu entspricht derselben Verkürzung wie drum in Sei’s drum, allerdings wird dem Inhalte nach etwas Unterschiedliches gemeint: Im ersten Fall wird da rum abgekürzt und im zweiten Fall darum, bei letzterem wird also auf eine Begründung angespielt, bei ersterem auf einen Objektbezug hingewiesen.

westfälische idiome (I): die erweiterung von kaffee-verben mit ‘nach’ 

Die deutsche Sprache hat über die Jahrhunderte hinweg im Westfälischen und im angrenzenden niedersächsischen Raum eine eigene Sprechweise erlangt, weswegen man in Westfalen auch sagt, man spreche hier nicht so richtiges Hochdeutsch, das wäre nur im Raum Hannover der Fall.

Die Erweiterung von Verben mit nach hat einen allgemein akzeptierten Status bekommen, über den sich mittlerweile nur noch Nichtwestfalen wundern. Grundsätzlich ist diese Verwendung bekannt, z.B. bei dem Wort nachkaufen an der Börse. Sie haben Aktien gekauft und kaufen weitere hinzu. Dadurch erweitern Sie in einem zweiten Schritt ihren Bestand dieser Aktien.

Diese Verwendung ist der im Westfälischen ähnlich, auch wenn die Akzentuierung nicht darauf gelegt wird, dass man einen Bestand erweitert. Sie kommt vor allem beim Kaffeetrinken zum Tragen.

So fragt man z.B. Darf ich Dir noch ein bisschen Kaffee nachschütten?

Die Menge an Kaffee ist hier nicht relevant. Im Falle des letzteren würde man lapidar fragen:  Möchtest Du noch mehr?

Es wird nur höflich angezeigt, dass sich die angesprochene Person in der Beschäftigung des Kaffeetrinkens befindet, und die Frage zielt darauf, herauszufinden, ob man den Vorgang durch weiteres Hinzufügen von Kaffee unterstützen kann.

Weiss der Einschütter nicht, ob der Befragte sein Kaffeetrinkvorhaben schon beendet hat, aber eventuell neu anfangen möchte, oder, wenn der Kaffeewillige sein Kaffeetrinkvorhaben erst startet, so fragt man ohne Verwendung des nach: Darf ich Dir noch was einschütten?

Bei fremden Personen, von denen der gemeine Westfale weiss, dass ein Siezen angebracht ist, und sich dieser Status auch offensichtlich nie ändern wird, spricht er von eingießen oder einschenken. Bei allen anderen potentiell freundschaftlich Gesinnten, spricht er von einschütten. So sind die Sätze Darf ich Ihnen noch etwas Kaffee einschütten? oder Darf ich Dir noch etwas Kaffee eingießen? dem Westfälischen ungeläufig bis suspekt.

Ist kein Kaffee da, muss man eben etwas Kaffee nachkochen. [Es ist, nebenbei bemerkt, ein Ausdruck der Höflichkeit im Beispiel oben Darf ich nachschütten zu sagen und hier Ich muss noch Kaffee nachkochen. Es ist nicht die Rede von einer Frage nach einer Erlaubnis oder von einer strikten Notwendigkeit. Das etwas deutet an, dass die Menge an Kaffee, die nachgekocht wird, nun wirklich nicht der Rede wert ist.]

Es kann ein weiterer Sonderfall eintreten, nämlich dann, wenn der eigentliche Akt des Kaffeetrinkens vorbei ist, aber noch Kaffee da ist. In diesem Sonderfall schüttet der Westfale den Kaffee nicht weg oder friert ihn ein. Er trinkt ihn selbst, auch wenn der eigentliche Akt des Kaffeetrinkens vorbei ist und sagt hierzu, wenn er gefragt wird, erläuternd: Ich hab eben noch zwei Tassen Kaffee nachgetrunken.

Achten Sie bitte im Umgang mit Nichtwestfalen darauf, dass ein geradezu selbstverständlicher Einsatz der Erweiterung von Kaffee-Verben mit nach in der freien Rede unverständige bis zurückweisende Blicke nach sich ziehen können.

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vor 8 jahren